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Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien


Leopold Museum bis Ende März zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus geschlossen

Wien (ots|wro) - Aufgrund des Erlasses der Österreichischen Bundesregierung und der damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus bleibt das Leopold Museum von 11. März bis Ende März 2020 geschlossen. Die Leopold Museum-Privatstiftung schließt sich damit der am Dienstag 10. März im Rahmen der Bundesmuseen-DirektorInnenkonferenz getroffenen Entscheidung zu einer einheitlichen Vorgangsweise an. Das Leopold Museum folgt mit der temporären Hausschließung den Empfehlungen des ministeriellen Erlasses zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der BesucherInnen und MitarbeiterInnen.

mumok - die großen Fragen des Lebens aus
zwei unterschiedlichen Künstlerperspektiven

Eine umfassende Retrospektive von Ingeborg Strobl sowie die erste museale Einzelausstellung
von Steve Reinke nähern sich den großen Fragen des Lebens

Ingeborg Strobl, Keramikobjekte 1973 – 1974
Keramik, weiß, matt glasiert / ceramic, white-mat glazed
mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Schenkung
Ingeborg Strobl, 2017. © Bildrecht, Wien, 2019/Photo: © mumok

Wien (ots|wro) - Im Rahmen der Retrospektive Gelebt – Ingeborg Strobl präsentiert das mumok erstmals den umfangreichen Nach-
lass der österreichischen Künstlerin. In ihren Objekten, Installatio-
nen, Collagen, Malereien, Fotografien, Filmen und Publikationen rückt die Künstlerin das Flüchtige oder Banale in den Fokus. Auch zeigt sich in ihrem Werk eine Vorliebe für das Randständige, Ver-
borgene, das allzu leicht Übersehene oder Verdrängte sowie eine damit verknüpfte Abneigung gegen Produktions- und Konsumwahn. Zahlreiche Natur- und Tiermotive die als Spiegelbild gesellschaft-
licher Prozesse eine zentrale Rolle ein. Strobl hat dem mumok ihr Archiv mit zahlreichen Werken und Drucksorten als Schenkung überlassen. Diese Archivalien bilden den Kern der Retrospektive, die noch gemeinsam mit der Künstlerin – vor deren Tod im April 2017 – konzipiert wurde und einen repräsentativen Einblick in ihr umfangreiches Werk gibt.

„Es ist eine große Ehre für uns, die von Ingeborg Strobl dem mumok überlassene Schenkung ihres großartigen und äußerst vielfältigen Oeuvres und Archivs aufzuarbeiten und als zentralen Aspekt dieser Ausstellung präsentieren zu dürfen. Strobl hat sich mit großer Sensibilität und einer besonderen Art von Humor an die großen Themen unserer Existenz angenähert. Ich hoffe sehr, dass ihre erste große Retrospektive unsere Besucherinnen und Besucher berühren und erstaunen wird“, so mumok Direktorin Karola Kraus.

„Diese Retrospektive bietet die Möglichkeit, viele bisher unbekannte Arbeiten von Ingeborg Strobl kennenzulernen und damit ein umfassenderes Bild ihrer medial äußerst vielseitigen Kunst zu gewinnen. Tiermotive ziehen sich als Spiegelbilder menschlicher Verhaltensweisen wie ein roter Faden durch das Oeuvre.“, so Rainer Fuchs, Kurator der Ausstellung.

Ausstellungsansicht/Exhibition view
Steve Reinke. Butter
6. März bis 21. Juni 2020 / March 6 to June 21, 2020
Courtesy of the artist and Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin
Photo: Stephan Wyckoff, ©mumok

Mit Butter präsentiert das mumok die erste museale Einzelausstel-
lung des kanadischen Künstlers Steve Reinke. Tod und Leben, Empathie und Grausamkeit, Sex und Intimität, aber auch das un-
behagliche Verhältnis des Autors zu seinem Werk sind Themen, die Reinke (geb. 1963 in Eganville, Kanada; lebt in Chicago, USA) in seiner Arbeit beschäftigen. In bester nietzscheanischer Manier betrachtet er den Menschen allerdings nicht als politisches oder moralisches Wesen, sondern als Spielball mikrobiotischer Agenden: Anstelle eines freudianischen Ich oder Es bestimmen in seinen jüngeren Videos Bakterien, Plazenta und Plankton den Lauf der Welt, und „Kultur“ beschreibt nicht humanistische Exzellenz, sondern Leben aus der Petrischale. Die Ausstellung zeigt Reinkes neueste Videoarbeit An Arrow Pointing to a Hole sowie eine Auswahl seiner sinistren Textbilder und gedankenverlorenen Stickereien, die auf paradox präzise Weise von Kontrollverlust, Formlosigkeit und Selbstvergessenheit erzählen.

„In seiner jüngsten Videoarbeit versichert Reinke glaubhaft, dass er bereits als Kind sein Unterbewusstsein verloren hat und seither den Anweisungen seines Mikrobioms folgt. Er stellt damit die ungemüt-
liche Frage, wer oder was unser Denken und Handeln tatsächlich steuert, und erinnert daran, dass unsere Körper nicht uns gehören. Welche Bilder entstehen, wenn man unter diesen Voraussetzungen Kunst macht, zeigen Reinkes Siebdrucke und Stickereien, die einen stets spüren lassen, dass hier neben dem Künstler (bzw. aus dem Künstler) noch etwas Anderes spricht.“, so Manuela Ammer, Kuratorin der Ausstellung.

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